Kurzer Bericht zur Gemeinderatssitzung am 1. Februar 2022

In dieser Sitzung ging es nur um den Flächennutzungsplan, also die grundsätzliche Planung für die Flächengestaltung der Gemeinde Haag. Grundsätzlich wird festgelegt, wo Wohngebiete und wo Gewerbegebiete verändert oder neu angelegt werden und wo es grün bleiben soll (Landschaftsplanung). Dieser Plan ist unter anderem Voraus­setzung für Bebauungspläne. Der letzte Flächennutzungsplan stammt aus dem Jahre 1998. Den Veränderungen seitdem soll nun entsprochen werden. Damit wurden die Stadtplaner-Firma „Plankreis“ und die Firma „WGF“ mit ihren Landschaftsarchitekten beauftragt. Ihre Mitarbeiter, Herr Gronle und Herr Voit, stellten vor, wie sie die Vorgaben der Regierung in ihre Vorplanung einarbeiten würden.

Die Regierung von Oberbayern legt im Regionalplan Südostoberbayern aufgrund von statistischen Erhebungen  fest, ob und wie viel Wachstum in den einzelnen Landkreisen, Städten und Gemeinden zu erwarten ist. Daran hat sich auch unser Gemeinderat zu halten. Haag mit seinen gut sechseinhalb tausend Einwohnern wird ein jährliches Wachstum von jährlich 0,5 % vorausgesagt, das bedeutet, dass in 15 Jahren 550 Einwohner mehr in Haag, also gut 7.000 zu erwarten sind. Weil in Haag zurzeit oder in naher Zukunft schon viel gebaut wird (das große Mietshaus in der Münchener Straße 10 gegenüber dem Einkaufsmarkt NORMA, in Oberndorf Ost, in der Flie­derstraße und südlich der Lerchenberger Straße) nimmt der Gemeinderat an, dass dieser vorhergesagte Einwohnerzu­wachs schon sehr bald erreicht oder gar überschritten wird. Die beiden Referenten, die Herren Gronle und Voit, empfahlen als Ausweg – sollte sich mehr Baubedarf ergeben -, dies der Regierung ausführlich darzulegen.

Im ersten Entwurf eines Flächennutzungsplans waren viel mehr Flächen für Wohnen und Gewerbe ausgewiesen, als die Regierung für ratsam hält. Sie möchte die Wohnerweiterung auf den Hauptort beschränken (hauptsächlich in Richtung Osten). In den Ortsteilen soll kaum mehr Wohnraum geschaffen werden, um eine Zersiedelung zu vermeiden. Angepeilt wird eine Wohndichte von 60 Einwohnern pro Hektar (bislang 55/ha). Die vorgesehenen weiteren Gewerbeflächen südlich der Wohnbebauung an der Windener Dorfstraße werden um ca. die Hälfte verringert, so dass nur eine Reihe entlang der B 12 verbleibt. Das Wachstum des Ortes wird eine Erweiterung der Kläranlage nötig machen, wofür in unmittelbarer Umgebung eine Fläche ausgewiesen wird.

Einwendungen und Anregungen von Bürgern und staatlicher Stellen, Nachbargemeinden oder  Einrichtungen wie der Deutschen Telekom, der Kraftwerke Haag, der Handwerkskammer und des Bauernverbandes betreffen u.a. den Landschafts- und Gewässerschutz, die Energieversorgung oder die Landwirtschaft. Diese werden, soweit möglich, in den Plan eingearbeitet. Ist dies geschehen, wird er dem Gemeinderat zur Überprüfung und Billigung vorgelegt. Dann dürfte er auch auf der Homepage der Gemeinde zu sehen sein.

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